Diagnose Schlaganfall: So meistern Sie Ihren Alltag

Auf einmal ist nichts mehr, wie es war: Mit der Diagnose Schlaganfall bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen. Sie müssen sich völlig neu orientieren und auch ihre Angehörigen sind mit der Situation oft überfordert. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile vielfältige Hilfsmittel, die den Weg zurück in einen einfacheren Alltag erleichtern. Wie Schlaganfallpatienten es schaffen, mit Einschränkungen im Alltag besser klarzukommen und welche Möglichkeiten es gibt, in der Krise neuen Lebensmut zu finden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Diagnose Schlaganfall: Das Wichtigste in Kürze

Pro Jahr erleiden in Deutschland rund 270 000 Menschen einen Schlaganfall. Und auf die Weltbevölkerung gesehen, gilt der Schlaganfall – auch Apoplex genannt – sogar als zweithäufigste Todesursache. Soweit die negative Seite der Statistik. Die positive: In Deutschland hat sich die Sterblichkeitsrate laut Zahlen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in den vergangenen 25 Jahren nahezu halbiert. Mit einer gesunden Lebensweise lassen sich viele der bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck beeinflussen.

Doch was bedeutet die Diagnose Schlaganfall überhaupt? Grundsätzlich spricht man von einem Schlaganfall, wenn ein Gefäß im Gehirn verstopft (Hirninfarkt) oder platzt (Hirnblutung) und bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend versorgt werden können. In der Folge sterben die betroffenen Bereiche ab und im schlimmsten Fall droht der Tod.

Nach Schlaganfällen rettet schnelle Hilfe Leben

Schnellstmögliche ärztliche Hilfe ist vor diesem Hintergrund elementar: Leidet ein vormals gesunder Mensch unter plötzlich auftretenden Lähmungserscheinungen, Koordinationsproblemen oder Seh- und Sprachstörungen, muss zügig gehandelt werden. Je schneller ein Schlaganfall diagnostiziert wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient sich erholt und möglicherweise ohne schwerwiegende Folgen zu seinem alten Leben zurückkehren kann.

Die Prognose nach einem Schlaganfall

Wie stark ein Schlaganfall die Lebensumstände des Patienten beeinträchtigt, ist von Fall zu Fall verschieden. Je nachdem, in welchem Gehirnareal er auftritt, können unterschiedliche Teile des Körpers betroffen sein. Und auch die Antwort auf die Frage, wie lange die Störungen anhalten, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Neben der Zeit, die bis zur Diagnosestellung vergeht, und der Größe der betroffenen Hirnregion spielen beispielsweise das Alter, die medizinische Vorgeschichte und der Lebensstil eine Rolle, wenn es um die Rehabilitationsfähigkeit des Körpers geht. Während manche Schlaganfallpatienten ihr Leben lang unter den Folgen leiden – laut dem Informationsportal „Neurologen und Psychiater im Netz“ bleibt etwa die Hälfte der Betroffenen, die überleben, pflegebedürftig oder schwerstbehindert – können andere nach erfolgter Therapie wieder ein erfülltes Leben führen.

Kleine Schritte führen Schlaganfallpatienten zurück in den Alltag

In jedem Fall ist die Prognose nach der Diagnose Schlaganfall durch die Einrichtung von hochspezialisierten Stroke Units und fortschrittlichen Therapieansätzen mittlerweile besser als je zuvor. In der Regel umfasst die Rehabilitation neben der medikamentösen Behandlung auch individuell auf die Patienten abgestimmte Programme wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Hier ist das vorrangige Ziel, die Betroffenen dabei zu unterstützen, sich wieder im Alltag zurechtzufinden und trotz möglicher Beeinträchtigungen ein Höchstmaß an Lebensqualität zurückzugewinnen. Unbedingte Voraussetzung, damit dieses Ziel erreicht werden kann: Die Mithilfe und Motivation der Erkrankten, von denen viele in Folge der Diagnose Schlaganfall zumindest vorübergehend mit erheblichen Einschränkungen zurechtkommen müssen.

Diagnose Schlaganfall: Was kommt danach?

Typische körperliche Beschwerden sind einseitige Lähmungen, Muskelkrämpfe oder Schluckstörungen. Einige Körperfunktionen, die in Folge eines Schlaganfalls ausfallen, nehmen im Laufe der Zeit ihren Dienst wieder auf. Dies kann unter anderem damit zusammenhängen, dass sich beschädigte Hirnareale erholen oder andere Bereiche die Funktion der abgestorbenen Zellen übernehmen. Grundsätzlich besteht ein Unterschied zwischen rein körperlichen Auswirkungen und neuropsychologischen Beschwerden. Zu letzterer Kategorie gehören eine gestörte Handlungsplanung, Aufmerksamkeitsstörungen oder weitreichende Veränderungen der Persönlichkeit wie Antriebslosigkeit und ein gesteigertes Aggressionspotential – jeweils abhängig von der verletzten Hirnregion.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Das psychische Trauma eines Schlaganfalls, das häufig Depressionen oder Angststörungen nach sich zieht.

Psychische Folgen nach einem Schlaganfall: Aufbruchsstimmung statt Depression

Rast erstmal der Puls und der Hals zieht sich zu, obwohl es objektiv keinen Grund zur Panik gibt, ist das Leid weit fortgeschritten. Damit es gar nicht so weit kommt, ist es wichtig, dass Schlaganfallpatienten ihre Grenzen wahrnehmen, kommunizieren und entsprechend Hilfe annehmen. Denn einfache Dinge wie Essen, Einkaufen oder Duschen können für sie schnell zum unüberwindbaren Hindernis werden. Halbseitige Gesichtslähmungen führen unter Umständen dazu, dass ein erwachsener Patient nicht mehr selbstständig trinken kann, und ist die Blase betroffen, muss möglicherweise eine Windel den regelmäßigen Gang ins Bad ersetzen.

Die erzwungene Abhängigkeit, die mit diesen Einschränkungen einhergeht, ist für viele Patienten die größte Qual. Umso wichtiger ist es, der Psyche besondere Aufmerksamkeit zu schenken. So normal Gefühle wie Trauer, Angst und Wut nach der Diagnose Schlaganfall auch sein mögen, so wichtig ist es, sich bewusst mit der neuen Situation auseinanderzusetzen.

Gemeinsam stark: Weshalb die Diagnose Schlaganfall Teamarbeit erfordert

Sowohl der Betroffene als auch seine Angehörigen – deren Welt sich mit der Diagnose Schlaganfall in der Regel ebenso auf den Kopf stellt – sind gut damit beraten, gezielt um Unterstützung zu bitten, wenn die Situation es erfordert. Oft sind es schon die kleinen Dinge, die ein bisschen Erleichterung bringen können. Ob Freunde, die den Einkauf übernehmen, Ärzte, die mit ihrem Rat Sorgen mildern, oder Leidensgenossen, die sich online in Foren versammeln: Mit der Unterstützung anderer Menschen geht vieles einfacher und jede noch so kleine Verschnaufpause oder Hilfestellung kann die nötige Kraft geben, um einen neuen Tag gestärkt in Angriff zu nehmen.

Praktische Tipps für den Alltag mit der Diagnose Schlaganfall

Im Folgenden erhalten Betroffene und ihren Angehörigen einige konkrete Praxistipps, um den Alltag nach dem Schlaganfall besser zu meistern.

Mit einer Checkliste Schritt für Schritt durch den Tag

Insbesondere in der ersten Zeit nach der Diagnose Schlaganfall ist es normal, dass Patienten und ihren Angehörigen der Alltag über den Kopf wächst. Das Erstellen einer Checkliste kann dabei helfen, den Überblick darüber zu behalten, was unbedingt noch erledigt werden muss – und alles andere kann gerade am Anfang auch gut warten.

Kleine Alltagshelfer erleichtern das Leben

Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt: Wenn Patienten nach einem Schlaganfall mit Einschränkungen leben müssen, lohnt es sich, einen Blick in die weite Welt des Internets zu werfen. Von Trinkhilfen über Einhandschneidebretter und Teleskopschuhanzieher bis hin zu selbstöffnenden Scheren sind mittlerweile viele so einfache wie praktische Hilfsmittel erfunden worden, die Betroffenen den Alltag erleichtern können.

Fokus auf die Zukunft

Nach der Diagnose Schlaganfall ist es leicht, in der sprichwörtlichen Dunkelheit zu versinken. Doch statt die Sinnfrage zu stellen, sollten Patienten sich darauf konzentrieren, was ihnen geblieben ist. Seien es kleine Glücksmomente mit der Familie oder einfach nur die Aussicht darauf, jeden Tag ein bisschen selbstständiger zu werden: Ein positiver Blick auf das Leben und in die Zukunft kann zum Wohlbefinden beitragen.

Gemeinsam ist man stärker

Oft hilft das Gespräch mit anderen Menschen, die dasselbe Schicksal ereilt hat. Auf den Seiten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gibt es eine praktische Suchmaske, in die Betroffene ihren Wohnort eingeben können, um sich dann Selbsthilfegruppen der Nähe anzeigen zu lassen. Zudem finden sie dort auch viele weitere Tipps, wie die Herausforderungen des Alltags besser bewältigt werden können.

Im Dialog mit den Krankenkassen

Sei es Rehabilitationssport, die Anschaffung medizinischer Hilfsmittel oder eine nötige Wohnraumanpassung – Schlaganfallpatienten sollten gezielt auf ihre Krankenkasse zuzugehen und nach einer möglichen Kostenübernahme fragen. Gut zu wissen: Bei der Kostenübernahme handelt es sich häufig um Einzelfallentscheidungen, die von Kasse zu Kasse unterschiedlich gehandhabt werden. Deshalb ist Nachfragen besonders wichtig.

Orthesen machen mobil

Ergeben sich als Folge eines Schlaganfalls neuromuskuläre Probleme, können Orthesen Abhilfe schaffen. Insbesondere für häufige Schlaganfallfolgen wie Fußheberschwäche, Spastiken oder Kontrakturen gibt es mittlerweile effektive Hilfsmittel, um einen Behinderungsausgleich zu verfolgen. Nutzen Betroffene diese Möglichkeit, können sie mehr Selbstständigkeit erlangen und Schritt für Schritt wieder besser am Leben teilhaben.

Nach der Diagnose Schlaganfall: Gestärkt in die Zukunft

Das Leben mag hart sein, doch aufgeben ist keine Option! So verheerend die Diagnose Schlaganfall im ersten Moment auch klingt, so weit sind die Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten mittlerweile fortgeschritten. Mit ärztlichem Rat und der bewussten Inanspruchnahme vielfältiger Hilfsmittel ist es Schlaganfallpatienten möglich, ein hohes Maß an Lebensqualität zurückzugewinnen und jeden Tag ein bisschen selbstständiger zu werden.

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