Spätfolgen nach einem Schlaganfall: Wie sich die Welt von Patienten und Angehörigen verändert

Patienten, die einen Schlaganfall überlebt haben, wissen, was das Wort Schicksalsschlag tatsächlich bedeutet. Auf einmal ist alles anders, und Dinge, die früher selbstverständlich waren, sind plötzlich nicht mehr möglich. Konfrontiert mit teils schwerwiegenden Spätfolgen, fällt es den meisten Patienten schwer, sich an ihren neuen Alltag zu gewöhnen. Und auch ihre Angehörigen sind zunächst aus einer Vielzahl von Gründen überfordert.

In diesem Blogbeitrag möchten wir näher darauf eingehen, welche Spätfolgen ein Schlaganfall mit sich bringen kann. Außerdem klären wir, welche Möglichkeiten es gibt, mit den verbundenen Herausforderungen zumindest etwas besser umzugehen.

Übrigens: Weitere Informationen rund um die Diagnose Schlaganfall gibt es auf unserer Themenseite.

Was sind typische Spätfolgen eines Schlaganfalls?

Für Schlaganfallpatienten, die unter Spätfolgen leiden, werden oft schon vermeintlich einfache Alltagsaufgaben wie das selbstständige Anziehen oder Kochen zum Hindernis. Abhängig davon, welches Hirnareal beschädigt ist, können viele verschiedene Körperfunktionen eingeschränkt sein.

Grundsätzlich lassen sich die Spätfolgen nach einem Schlaganfall in drei Kategorien einteilen: Körperliche, neuropsychologische und psychologische Folgen. Allen gemeinsam ist, dass sie großen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten haben.

Körperliche Spätfolgen nach einem Schlaganfall

Bewegungseinschränkungen und Lähmungserscheinungen gehören zu den klassischen Spätfolgen nach einem Schlaganfall. Üblicherweise betreffen sie lediglich eine Körperseite und äußern sich darin, dass Patienten bestimmte Bereiche ihres Körpers nicht mehr gezielt steuern können. In diesen Fällen hängt beispielsweise ein Mundwinkel herab oder der Arm baumelt funktionsunfähig herunter. Häufig führt der Schlaganfall auch zu einer sogenannten Fußheberschwäche, die das Gangbild massiv beeinflusst.

Eine weitere typische Spätfolge nach einem Schlaganfall sind Sprachstörungen, die dazu führen, dass Patienten Probleme haben, sich ihrem Umfeld mitzuteilen. Entweder, weil ihre Aussprache undeutlich ist, oder weil sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Gedanken sauber zu strukturieren. In vielen Fällen wirkt die Sprache der Betroffenen auch abgehackt oder monoton.

Schluckbeschwerden sind ebenfalls oft zu beobachten und können schnell zu gefährlichen Situationen führen – beispielsweise, wenn Nahrungsreste in die Luftröhre gelangen und Hustenattacken beziehungsweise akute Erstickungsanfälle auslösen. Auch ein Nährstoffmangel tritt in diesem Zusammenhang häufig auf, da die betroffenen Patienten nur noch ungerne essen oder trinken.

Neuropsychologische Spätfolgen nach einem Schlaganfall

Neben den äußerlich sofort wahrnehmbaren Spätfolgen nach einem Schlaganfall gibt es auch Folgen, die für das Umfeld der Patienten erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind. Rund 80 Prozent der Betroffenen sind beispielsweise deutlich weniger belastbar als vor dem Schlaganfall und häufiger überfordert, belegen Zahlen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Eine Fachbezeichnung, die im Zusammenhang mit neuropsychologischen Spätfolgen eine wesentliche Rolle spielt, ist der Begriff Neglect. Er wird verwendet, wenn Schlaganfallpatienten nur noch eine Seite ihres Körpers und der räumlichen Umgebung wahrnehmen. Abhängig von der Schwere des Neglects essen sie beispielsweise nur noch eine Seite ihres Tellers leer oder waschen unter Umständen nur noch eine Körperhälfte.

Auch andere Arten von Aufmerksamkeitsstörungen können im Alltag zu Problemen führen: So etwa, wenn Patienten nicht mehr in der Lage sind, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren oder wenn sie Schwierigkeiten haben, gespeichertes Wissen abzurufen.

Ebenfalls bei Schlaganfallpatienten zu beobachten, sind weitreichende Veränderungen der Persönlichkeit. Diese Spätfolge macht insbesondere den Angehörigen häufig sehr zu schaffen und manifestiert sich von Fall zu Fall unterschiedlich. Während manche Betroffene an Antriebslosigkeit leiden, weisen andere ein gesteigertes Aggressionspotential auf oder sind plötzlich extrem distanzlos.

Psychische Spätfolgen nach einem Schlaganfall

Wenn auf einmal ungewohnte Abhängigkeiten den Alltag bestimmen, leidet die Psyche von Patienten und Angehörigen. Das psychische Trauma eines Schlaganfalls betrifft alle Beteiligten und kann leicht Depressionen, Angststörungen und sogar Suizidgedanken nach sich ziehen. Viele Patienten wirken antriebslos, ziehen sich zurück und lassen ihre Liebsten emotional nicht mehr an sich heran. Für ihre Familienmitglieder ergibt sich daraus häufig die Notwendigkeit, selbst professionelle Hilfe anzunehmen, um ihre Gefühle zu verarbeiten.

Kann man nach einem Schlaganfall wieder ganz gesund werden? Und wie lange dauert die Rehabilitation?

Es ist kaum möglich, eine Prognose darüber abzugeben, wie lange die Spätfolgen eines Schlaganfalls anhalten. Während manche Menschen nach erfolgreicher Rehabilitation wieder selbstbewusst am sozialen Leben teilnehmen können, bleiben andere für immer pflegebedürftig.

Einige Körperfunktionen, die in Folge eines Schlaganfalls ausfallen, nehmen im Laufe der Zeit ihren Dienst wieder auf. Dies kann unter anderem damit zusammenhängen, dass sich beschädigte Hirnareale erholen oder andere Bereiche die Funktion der abgestorbenen Zellen übernehmen. Ungefähr die Hälfte aller Patienten, die einen Schlaganfall überleben, tragen allerdings bleibende Schäden davon. Fakt ist: In Deutschland gilt der Schlaganfall als häufigste Einzelursache für Pflegebedürftigkeit.

Neben dem Ausmaß des ursprünglichen Hirnschadens spielen auch das Alter, der Lebensstil, die medizinische Vorgeschichte und die Motivation des Patienten eine Rolle, wenn es um die Rehabilitationsfähigkeit des Körpers geht.

Herausforderungen, mit denen Betroffene und Angehörige noch lange zu kämpfen haben

Es sind nicht nur die körperlichen und psychischen Spätfolgen nach einem Schlaganfall, die Patienten und ihre Angehörigen an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen. Oft werden auch die nötigen Anpassungen an einen neuen Alltag mitsamt der bürokratischen Hürden zu einer ersten Belastungsprobe. Im Folgenden nennen wir drei klassische Beispiele.

Die Frage der Organisation

Je nach Beeinträchtigung des Patienten kann es erforderlich sein, einen Umbau der Wohnung zu veranlassen oder in zusätzliche Pflege zu investieren. Dies sind nur zwei von vielen möglichen Szenarien, die unter Umständen einen Rattenschwanz an bürokratischen Herausforderungen mit sich bringen. Und nicht nur das: Auch finanzielle Sorgen sind vielen Schlaganfallpatienten und ihren Angehörigen bekannt. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, von Anfang an sämtliche Hilfsmöglichkeiten anzunehmen, die zur Verfügung stehen: Die Krankenkasse kann mit einer Kostenübernahme zusätzlicher Hilfsmittel vieles erleichtern. Stiftungen, Selbsthilfegruppen und städtische Beratungsstellen haben auf die meisten Fragen eine praktische Antwort parat, und der Sozialdienst der behandelnden Klinik gibt in der Regel einen ersten Überblick über Anträge und Zuständigkeiten.

Wenn Mobilität zum Angstthema wird

Wollen in ihrer körperlichen Funktionsfähigkeit eingeschränkte Patienten wieder in einen lebenswerten Alltag zurückfinden, stellt das Thema Mobilität häufig die erste Hürde dar.

Sicher, in der Regel steht ein Team an Therapeuten bereit, um den Weg zurück in den Alltag zu ebnen, doch ändert das wenig an den ersten Anpassungsschwierigkeiten in den eigenen vier Wänden. Sollte es eigentlich darum gehen, möglichst schnell eine komfortable und tragfähige Routine zu entwickeln, ist die Ankunft zuhause oft der Auslöser für eine emotionale Abwärtsspirale. Das soll jetzt mein Alltag sein? Die Antwort auf diese Frage schmerzt umso mehr, wenn die erzwungenen Abhängigkeiten sich voraussichtlich nicht mehr verändern lassen.

Familienstrukturen im Wandel

Entscheiden sich Angehörige dafür, ihre erkrankten Familienmitglieder selbst zu pflegen, müssen sie sich darauf einstellen, den Patienten auch in höchst privaten Situationen zur Hand zu gehen. Ein Abhängigkeitsverhältnis, das sich niemand herbeiwünscht und infolgedessen sich oft ein Rollentausch vollzieht, der bestehende Beziehungsstrukturen nachhaltig beeinflusst.

Dasselbe gilt auch dann, wenn sich die Persönlichkeit des erkrankten Familienmitglieds verändert. Und das ist keine Seltenheit: Fast jeder dritte Patient leidet direkt nach einem Schlaganfall an Depressionen und über 20 Prozent der Betroffenen bekommen Angstzustände. Die Folge: Alle Beteiligten sind überfordert, Freundschaften verändern sich und Familienbande werden auf eine harte Probe gestellt.

Wer von den Spätfolgen nach einem Schlaganfall betroffen ist, sollte Hilfe annehmen

Nicht nur für Patienten, sondern auch für Angehörige ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen, um mit der neuen Situation bestmöglich umgehen zu können. Therapeuten, Freunde und Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung in einer schwierigen Zeit. Insbesondere Selbsthilfegruppen sind in vielen Fällen Gold wert. Dort erhalten Betroffene nicht nur hilfreiche Informationen aus erster Hand, sondern sie können auch dem Gefühl der Isolation entgegenwirken, das Pflegende und Gepflegte schnell beschleicht. Eine ausführliche Liste mit Adressen bietet die Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe auf ihren Internetseiten an.

Akzeptanz ist die Basis für den Umgang mit Spätfolgen

Gefühle wie Angst, Trauer und Wut sind nach einem Schlaganfall völlig normal. Sie dürfen allerdings nicht zum Dauerzustand werden. Je früher Patienten und Angehörige ihre neue Situation akzeptieren können, desto eher können sie sinnvoll an einer Verbesserung arbeiten. Zeitpläne mit bewusst gesteckten Zwischenzielen liefern dann einerseits Ansporn und verhindern andererseits, dass der Patient sich selbst zu viel abverlangt. Und Tages- beziehungsweise Wochenpläne, in denen Therapiesitzungen, Medikamentengabe und sonstige Aufgaben vermerkt sind, bieten eine sicheren Rahmen für alltägliche Aufgaben. Schritt für Schritt kann sich auf dieser Basis schließlich eine tragfähige Routine entwickeln, die allen Beteiligten wieder etwas Raum gibt, auch die schönen Seiten des Lebens zu sehen.

Fußheberschwäche nach Schlaganfall: So verbessern Patienten ihr Gangbild

Die Fußheberschwäche ist eine der häufigsten Folgeerscheinungen nach einem Schlaganfall. Das damit verbundene unrunde Gangbild bringt nicht nur Fehlhaltungen mit sich, sondern auch eine erhöhte Stolper- und Verletzungsgefahr. In diesem Beitrag wird geklärt, was es konkret mit einer Fußheberschwäche nach Schlaganfall auf sich hat, welche Symptome die Patienten belasten und vor allem mit welchen Übungen und Hilfsmitteln Betroffene ihre Beschwerden verbessern können.

Wie kommt es zu einer Fußheberschwäche?

Eine Fußheberschwäche kann viele Ursachen haben, und ein erlittener Schlaganfall ist eine davon. Der medizinische Hintergrund: Von einem Schlaganfall wird gesprochen, wenn ein Gefäß im Gehirn verstopft oder platzt und bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden können. In der Folge sterben die betroffenen Bereiche ab und es kommt zu Funktionsausfällen, welche die Lebensqualität einschränken. Welche Funktionen ausfallen, ist abhängig von dem betroffenen Areal. Im Fall der Fußheberschwäche ist ein Bereich im Gehirn verletzt, der die Nervenbahnen koordiniert, welche zum Fuß hinunterführen.

Beabsichtigt ein gesunder Mensch, ein paar Meter zu gehen, gibt das zentrale Nervensystem diese Absicht völlig unkompliziert an die Bein- und Fußmuskeln weiter. Bei Patienten, die an einer Fußheberschwäche leiden, ist das anders: Bei ihnen ist die Signalweitergabe so gestört, dass sie den Fuß zwar grundsätzlich noch bewegen, aber eben nicht mehr koordiniert steuern können. Und das, obwohl das Bein mitsamt seinen Muskeln eigentlich völlig gesund ist.

Die Symptome einer Fußheberschwäche nach Schlaganfall

Im Normalfall sind also unsere Nervenbahnen dafür verantwortlich, Bewegungsimpulse an die Fußhebermuskulatur weiterzugehen. Bei gesunden Menschen wird etwa der Peroneusnerv in der Kniekehle aktiviert, der dafür sorgt, dass sich beim Gehen die Fußspitze hebt. Wenn dieses Signal den Nerv nicht mehr erreicht, hängt die Fußspitze des betroffenen Beines nach unten – deshalb wird die Fußheberschwäche umgangssprachlich auch Fallfuß genannt. In der Folge verliert der Patient die Kontrolle über simple Bewegungen wie das Anheben, Aufsetzen oder Abrollen seines Fußes. Er kann nicht mehr auf den Fersen stehen und üblicherweise wird das funktionsunfähige Körperteil beim Gehen nachgeschleift.
Ein natürliches Gangbild ist somit nicht mehr möglich. Stattdessen werfen die Patienten das Bein mit einer kreisförmigen Bewegung nach vorne, um nicht mit dem Fuß am Boden hängen zu bleiben.

Einschränkungen, die ein Fallfuß im Alltag mit sich bringt

Patienten, die an einem Fallfuß oder einer Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall leiden, sind in ihrem Alltag massiv eingeschränkt. Je unsicherer der Gang, desto mehr wird jeder Schritt zur Kraftprobe. Jede noch so kleine Bodenwelle kann gefährlich werden und Stürze sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit. Entweder der Patient stolpert, weil sein Fuß am Boden schleift oder er knickt um und verletzt sich dabei.

Eine weitere Einschränkung, die mit der Diagnose Fußheberschwäche nach Schlaganfall einhergeht, ist die soziale Isolation der Betroffenen. Sie sind sich ihrer Situation deutlich bewusst und leiden unter den neugierigen Blicken anderer Menschen. In der Folge reduzieren viele Patienten ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum und verlieren die Freude an Treffen mit Freunden und Bekannten. Somit geht mit der Fußheberschwäche oft auch ein deutlicher Verlust an Lebensqualität einher.

Folgen einer unbehandelten Fußheberschwäche

Das spezielle Gangbild, das ein Fallfuß mit sich bringt, äußert sich nicht nur in einer erhöhten Verletzungsgefahr und sozialer Isolation, sondern auch in handfesten körperlichen Beschwerden. Bleibt die Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall unbehandelt, beginnen häufig Hüfte und Becken zu schmerzen. Der Grund: Der für die Diagnose typische Gang beruht darauf, dass die Patienten ihr Bein mithilfe einer kreisförmigen Hüftbewegung nach vorne schwingen. Auf Dauer führt dies zu einer Mehrbelastung der nicht betroffenen Seite, welche infolgedessen geschädigt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich Menschen, die unter einer Fußheberschwäche leiden, zeitnah mit Therapeuten zusammensetzen, um nach Besserungsmöglichkeiten zu suchen.

Fußheberschwäche nach Schlaganfall: So wird Patienten geholfen

Das Wichtigste vorweg: Üblicherweise ist es nicht möglich, einen Fallfuß komplett zu heilen. Dafür sind die Nervenschäden, die ein Schlaganfall mit sich bringt, zu schwerwiegend. Was aber durchaus geleistet werden kann, ist eine deutliche Verbesserung des Gangbildes und damit auch der Lebensqualität.

Physiotherapie:

Krankengymnastik ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie für Patienten mit einer Fußheberschwäche. Abgestimmt auf die individuellen Einschränkungen des Betroffenen erstellt der Therapeut einen Behandlungsplan. Mit gezielten Übungen stärkt er die Muskeln und stimuliert die Nervenbahnen. Vorrangiges Ziel ist es, an Gleichgewichtssinn und Koordinationsfähigkeit zu arbeiten sowie das Körpergefühl des Patienten zu verbessern.

Orthesen:

Sachkundig angefertigte Orthesen geben Halt und sind in einer Vielzahl von Ausführungen erhältlich. Je nach Bedarf sind sie mehr oder weniger dünn, leicht und alltagstauglich. Während textile Orthesen sich vor allem für leichte Fälle der Fußheberschwäche eignen, können dynamische Orthesen aus Carbon den Patienten bei einem mittelstarken Funktionsverlust unterstützen. Und Silikonorthesen bieten beispielsweise nicht nur auf Teerboden, sondern auch beim Training im Wasser guten Halt. Wichtig ist, dass sich Patienten mit einer Fußheberschwäche ausführlich von ihrem Therapeuten oder im Fachhandel beraten lassen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die gewählte Orthese ihre Aufgabe erfüllt.

Elektrische Impulse:

Im Gegensatz zu klassischen Orthesen, die sich darauf beschränken, passiv ein Fallen des Fußes zu verhindern, setzt die Funktionelle Elektrostimulation (FES) auf moderne Technik. Üblicherweise handelt es sich hierbei um eine Manschette, die am Unterschenkel befestigt wird und elektronische Impulse aussendet. Auf diese Weise werden die an der Fußhebung beteiligten Muskeln animiert, ihren Dienst zu erfüllen. Diese Technik gilt als äußerst effizient, da sie Gang, Gleichgewicht und Bewegungsausmaß deutlich verbessert. Da sie allerdings nicht zwingend für jeden Patienten mit einer Fußheberschwäche geeignet ist, ist es auch hier wichtig, das Gespräch mit einem fachkundigen Therapeuten zu suchen.

Sonstige Hilfsmittel:

Sei es der Gehstock, das Paar orthopädischer Schuhe oder die bequemen Einlagen: Was immer einem Patienten hilft, sein Gangbild zu verbessern, sollte genutzt werden. Grundsätzlich ist es ratsam, dass Betroffene sich trauen, verschiedene Dinge auszuprobieren, um in der Folge herausfinden zu können, was in welcher Kombination am besten wirkt.

Praktische Übungen für mehr Bewegungsfreiheit

Neben den klassischen Therapieansätzen sollten Patienten mit einer Fußheberschwäche auch auf zusätzliche Übungen setzen, die sich leicht in den Alltag im heimischen Wohnzimmer integrieren lassen. Hier einige Beispiele:

Rhythmisches Wippen:

Schuhe ausziehen, bequem hinsetzen, Kopfhörer auf die Ohren und los geht‘s: Im Takt zur Lieblingsmusik macht das Training besonders viel Spaß. Trommeln Sie mit den Füßen rhythmisch auf den Boden. Mal auf der einen Seite, dann auf der anderen, dann gleichzeitig. Verschärft geht das Ganze natürlich auch im Stehen. 30 Sekunden reichen für den Anfang völlig aus.

Gegenstände greifen:

Was Finger können, können Zehen auch. Legen Sie sich einen Stift auf den Boden und versuchen Sie, ihn mit den Zehen hochzuheben. Wem das zu einfach ist: Wie sieht es damit aus, die auf dem Boden liegende Zeitung zu öffnen oder ein T-Shirt zu falten?

Wadenmuskulatur dehnen:

Lehnen Sie sich mit den Händen an die Wand und machen Sie einen Ausfallschritt. Wichtig ist, dass der bewegungseingeschränkte Fuß hinten steht und die Ferse so gut wie möglich am Boden bleibt. 30 Sekunden dehnen, dann haben Sie sich eine Pause verdient.

Inklusion ist das Schlüsselwort

Auch wenn sich eine Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall nicht vollständig therapieren lässt, ist die Lebensqualität der Patienten doch deutlich beeinflussbar. Ziel jedes Hilfsmittels und jeder Therapie muss sein, Bewegungsmöglichkeiten auszubauen, damit Betroffene ihren Alltag möglichst sicher und eigenständig bestreiten können. Wenn Menschen mit einer Fußheberschwäche die Chance bekommen, ein besseres Gangbild zu entwickeln, führt das zu mehr Eigenständigkeit und unterstützt die Teilhabe am sozialen Leben. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen!

Diagnose Schlaganfall: So meistern Sie Ihren Alltag

Auf einmal ist nichts mehr, wie es war: Mit der Diagnose Schlaganfall bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen. Sie müssen sich völlig neu orientieren und auch ihre Angehörigen sind mit der Situation oft überfordert. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile vielfältige Hilfsmittel, die den Weg zurück in einen einfacheren Alltag erleichtern. Wie Schlaganfallpatienten es schaffen, mit Einschränkungen im Alltag besser klarzukommen und welche Möglichkeiten es gibt, in der Krise neuen Lebensmut zu finden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Diagnose Schlaganfall: Das Wichtigste in Kürze

Pro Jahr erleiden in Deutschland rund 270 000 Menschen einen Schlaganfall. Und auf die Weltbevölkerung gesehen, gilt der Schlaganfall – auch Apoplex genannt – sogar als zweithäufigste Todesursache. Soweit die negative Seite der Statistik. Die positive: In Deutschland hat sich die Sterblichkeitsrate laut Zahlen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in den vergangenen 25 Jahren nahezu halbiert. Mit einer gesunden Lebensweise lassen sich viele der bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck beeinflussen.

Doch was bedeutet die Diagnose Schlaganfall überhaupt? Grundsätzlich spricht man von einem Schlaganfall, wenn ein Gefäß im Gehirn verstopft (Hirninfarkt) oder platzt (Hirnblutung) und bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend versorgt werden können. In der Folge sterben die betroffenen Bereiche ab und im schlimmsten Fall droht der Tod.

Nach Schlaganfällen rettet schnelle Hilfe Leben

Schnellstmögliche ärztliche Hilfe ist vor diesem Hintergrund elementar: Leidet ein vormals gesunder Mensch unter plötzlich auftretenden Lähmungserscheinungen, Koordinationsproblemen oder Seh- und Sprachstörungen, muss zügig gehandelt werden. Je schneller ein Schlaganfall diagnostiziert wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient sich erholt und möglicherweise ohne schwerwiegende Folgen zu seinem alten Leben zurückkehren kann.

Die Prognose nach einem Schlaganfall

Wie stark ein Schlaganfall die Lebensumstände des Patienten beeinträchtigt, ist von Fall zu Fall verschieden. Je nachdem, in welchem Gehirnareal er auftritt, können unterschiedliche Teile des Körpers betroffen sein. Und auch die Antwort auf die Frage, wie lange die Störungen anhalten, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Neben der Zeit, die bis zur Diagnosestellung vergeht, und der Größe der betroffenen Hirnregion spielen beispielsweise das Alter, die medizinische Vorgeschichte und der Lebensstil eine Rolle, wenn es um die Rehabilitationsfähigkeit des Körpers geht. Während manche Schlaganfallpatienten ihr Leben lang unter den Folgen leiden – laut dem Informationsportal „Neurologen und Psychiater im Netz“ bleibt etwa die Hälfte der Betroffenen, die überleben, pflegebedürftig oder schwerstbehindert – können andere nach erfolgter Therapie wieder ein erfülltes Leben führen.

Kleine Schritte führen Schlaganfallpatienten zurück in den Alltag

In jedem Fall ist die Prognose nach der Diagnose Schlaganfall durch die Einrichtung von hochspezialisierten Stroke Units und fortschrittlichen Therapieansätzen mittlerweile besser als je zuvor. In der Regel umfasst die Rehabilitation neben der medikamentösen Behandlung auch individuell auf die Patienten abgestimmte Programme wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Hier ist das vorrangige Ziel, die Betroffenen dabei zu unterstützen, sich wieder im Alltag zurechtzufinden und trotz möglicher Beeinträchtigungen ein Höchstmaß an Lebensqualität zurückzugewinnen. Unbedingte Voraussetzung, damit dieses Ziel erreicht werden kann: Die Mithilfe und Motivation der Erkrankten, von denen viele in Folge der Diagnose Schlaganfall zumindest vorübergehend mit erheblichen Einschränkungen zurechtkommen müssen.

Diagnose Schlaganfall: Was kommt danach?

Typische körperliche Beschwerden sind einseitige Lähmungen, Muskelkrämpfe oder Schluckstörungen. Einige Körperfunktionen, die in Folge eines Schlaganfalls ausfallen, nehmen im Laufe der Zeit ihren Dienst wieder auf. Dies kann unter anderem damit zusammenhängen, dass sich beschädigte Hirnareale erholen oder andere Bereiche die Funktion der abgestorbenen Zellen übernehmen. Grundsätzlich besteht ein Unterschied zwischen rein körperlichen Auswirkungen und neuropsychologischen Beschwerden. Zu letzterer Kategorie gehören eine gestörte Handlungsplanung, Aufmerksamkeitsstörungen oder weitreichende Veränderungen der Persönlichkeit wie Antriebslosigkeit und ein gesteigertes Aggressionspotential – jeweils abhängig von der verletzten Hirnregion.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Das psychische Trauma eines Schlaganfalls, das häufig Depressionen oder Angststörungen nach sich zieht.

Psychische Folgen nach einem Schlaganfall: Aufbruchsstimmung statt Depression

Rast erstmal der Puls und der Hals zieht sich zu, obwohl es objektiv keinen Grund zur Panik gibt, ist das Leid weit fortgeschritten. Damit es gar nicht so weit kommt, ist es wichtig, dass Schlaganfallpatienten ihre Grenzen wahrnehmen, kommunizieren und entsprechend Hilfe annehmen. Denn einfache Dinge wie Essen, Einkaufen oder Duschen können für sie schnell zum unüberwindbaren Hindernis werden. Halbseitige Gesichtslähmungen führen unter Umständen dazu, dass ein erwachsener Patient nicht mehr selbstständig trinken kann, und ist die Blase betroffen, muss möglicherweise eine Windel den regelmäßigen Gang ins Bad ersetzen.

Die erzwungene Abhängigkeit, die mit diesen Einschränkungen einhergeht, ist für viele Patienten die größte Qual. Umso wichtiger ist es, der Psyche besondere Aufmerksamkeit zu schenken. So normal Gefühle wie Trauer, Angst und Wut nach der Diagnose Schlaganfall auch sein mögen, so wichtig ist es, sich bewusst mit der neuen Situation auseinanderzusetzen.

Gemeinsam stark: Weshalb die Diagnose Schlaganfall Teamarbeit erfordert

Sowohl der Betroffene als auch seine Angehörigen – deren Welt sich mit der Diagnose Schlaganfall in der Regel ebenso auf den Kopf stellt – sind gut damit beraten, gezielt um Unterstützung zu bitten, wenn die Situation es erfordert. Oft sind es schon die kleinen Dinge, die ein bisschen Erleichterung bringen können. Ob Freunde, die den Einkauf übernehmen, Ärzte, die mit ihrem Rat Sorgen mildern, oder Leidensgenossen, die sich online in Foren versammeln: Mit der Unterstützung anderer Menschen geht vieles einfacher und jede noch so kleine Verschnaufpause oder Hilfestellung kann die nötige Kraft geben, um einen neuen Tag gestärkt in Angriff zu nehmen.

Praktische Tipps für den Alltag mit der Diagnose Schlaganfall

Im Folgenden erhalten Betroffene und ihren Angehörigen einige konkrete Praxistipps, um den Alltag nach dem Schlaganfall besser zu meistern.

Mit einer Checkliste Schritt für Schritt durch den Tag

Insbesondere in der ersten Zeit nach der Diagnose Schlaganfall ist es normal, dass Patienten und ihren Angehörigen der Alltag über den Kopf wächst. Das Erstellen einer Checkliste kann dabei helfen, den Überblick darüber zu behalten, was unbedingt noch erledigt werden muss – und alles andere kann gerade am Anfang auch gut warten.

Kleine Alltagshelfer erleichtern das Leben

Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt: Wenn Patienten nach einem Schlaganfall mit Einschränkungen leben müssen, lohnt es sich, einen Blick in die weite Welt des Internets zu werfen. Von Trinkhilfen über Einhandschneidebretter und Teleskopschuhanzieher bis hin zu selbstöffnenden Scheren sind mittlerweile viele so einfache wie praktische Hilfsmittel erfunden worden, die Betroffenen den Alltag erleichtern können.

Fokus auf die Zukunft

Nach der Diagnose Schlaganfall ist es leicht, in der sprichwörtlichen Dunkelheit zu versinken. Doch statt die Sinnfrage zu stellen, sollten Patienten sich darauf konzentrieren, was ihnen geblieben ist. Seien es kleine Glücksmomente mit der Familie oder einfach nur die Aussicht darauf, jeden Tag ein bisschen selbstständiger zu werden: Ein positiver Blick auf das Leben und in die Zukunft kann zum Wohlbefinden beitragen.

Gemeinsam ist man stärker

Oft hilft das Gespräch mit anderen Menschen, die dasselbe Schicksal ereilt hat. Auf den Seiten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gibt es eine praktische Suchmaske, in die Betroffene ihren Wohnort eingeben können, um sich dann Selbsthilfegruppen der Nähe anzeigen zu lassen. Zudem finden sie dort auch viele weitere Tipps, wie die Herausforderungen des Alltags besser bewältigt werden können.

Im Dialog mit den Krankenkassen

Sei es Rehabilitationssport, die Anschaffung medizinischer Hilfsmittel oder eine nötige Wohnraumanpassung – Schlaganfallpatienten sollten gezielt auf ihre Krankenkasse zuzugehen und nach einer möglichen Kostenübernahme fragen. Gut zu wissen: Bei der Kostenübernahme handelt es sich häufig um Einzelfallentscheidungen, die von Kasse zu Kasse unterschiedlich gehandhabt werden. Deshalb ist Nachfragen besonders wichtig.

Orthesen machen mobil

Ergeben sich als Folge eines Schlaganfalls neuromuskuläre Probleme, können Orthesen Abhilfe schaffen. Insbesondere für häufige Schlaganfallfolgen wie Fußheberschwäche, Spastiken oder Kontrakturen gibt es mittlerweile effektive Hilfsmittel, um einen Behinderungsausgleich zu verfolgen. Nutzen Betroffene diese Möglichkeit, können sie mehr Selbstständigkeit erlangen und Schritt für Schritt wieder besser am Leben teilhaben.

Nach der Diagnose Schlaganfall: Gestärkt in die Zukunft

Das Leben mag hart sein, doch aufgeben ist keine Option! So verheerend die Diagnose Schlaganfall im ersten Moment auch klingt, so weit sind die Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten mittlerweile fortgeschritten. Mit ärztlichem Rat und der bewussten Inanspruchnahme vielfältiger Hilfsmittel ist es Schlaganfallpatienten möglich, ein hohes Maß an Lebensqualität zurückzugewinnen und jeden Tag ein bisschen selbstständiger zu werden.