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Wie elektrische Impulse bei einer Fußheberschwäche helfen können

Elektrische Impulse können Patienten mit einer Fußheberschwäche ein großes Stück ihrer Lebensqualität zurückgeben. Die funktionelle Elektrostimulation stabilisiert das Gangbild, verringert die Verletzungswarscheinlichkeit und ermöglicht so letztlich auch eine verbesserte Teilhabe am sozialen Leben. Weshalb das so ist und wie der Einsatz elektrischer Impulse genau funktioniert, klären wir in diesem Beitrag.

Was ist eine Fußheberschwäche?

Die Fußheberschwäche ist eine typische Folge neurologischer Erkrankungen. Wollen gesunde Menschen ein paar Schritte gehen, funktioniert dieser Prozess ganz automatisch: Das Gehirn sendet ein entsprechendes Signal aus. Die Nervenbahnen leiten das Signal bis in die Beinmuskeln hinunter und der Fuß beginnt, sich kontrolliert zu bewegen.

Sind die Nerven, die an diesem Prozess beteiligt sind, allerdings geschädigt – etwa in Folge eines Schlaganfalls – ist das Gehen eine Belastungsprobe. Patienten mit einer Fußheberschwäche sind nicht mehr in der Lage, ihren Fuß gezielt aufzusetzen oder abzurollen. Sie verlieren folglich die Kontrolle über ihr Gangbild. Um sich fortbewegen zu können, ziehen sie den Fuß entweder hinter sich her oder sie nutzen ihre Hüfte, um den beeinträchtigten Körperteil in einem weiten Halbkreis nach vorne zu schwingen. Dieser Bewegungsablauf ist typisch für Patienten mit einer Fußheberschwäche und führt zu einer Reihe von Folgeproblemen. Welche das sind, haben wir in diesem Beitrag über die Fußheberschwäche als Folge eines Schlaganfalls zusammengefasst.

Generell gilt: Je früher Patienten damit beginnen, die Fußheberschwäche zu behandeln, desto besser. Hierfür stehen verschiedene Hilfsmittel zur Auswahl, deren Potenzial von den individuellen Voraussetzungen der Betroffenen abhängig ist. Eines dieser Hilfsmittel ist die funktionelle Elektrostimulation. Sie basiert auf moderner Technik und nutzt elektrische Impulse, um Patienten zu einem natürlicheren Gangbild zu verhelfen und die Verletzungsgefahr im Alltag deutlich zu reduzieren.

Wie werden elektrische Impulse konkret eingesetzt?

Die funktionelle Elektrostimulation kombiniert moderne Technik mit therapeutischem Wissen. Sind Patienten aufgrund einer Störung des zentralen Nervensystems nicht mehr in der Lage, ihre Fußmuskulatur zu steuern, übernehmen elektrische Impulse diese Aufgabe. Empfindliche Sensoren erkennen die Bewegungsabsicht und tragen das entsprechende Signal weiter. Auf der Haut sind hierfür genutzte Elektroden angebracht, die den Impuls dort hin aussenden, wo man ihn benötigt.

Üblicherweise besteht das Ziel darin, den sogenannten Peroneus-Nerv zu aktivieren, der für eine kontrollierte Hebung des Fußgelenks verantwortlich ist. Bei Patienten mit einer Fußheberschwäche ist dieser Nerv in seiner Funktion eingeschränkt, weil das Bewegungssignal ihn entweder nicht mehr erreicht oder er es nicht mehr verarbeiten kann. Liegt das Problem darin, dass das Signal nicht richtig an den Nerv übermittelt wird, kann die Elektrostimulation diese Störung überbrücken: Sie agiert als Impulsgeber und erinnert den Nerv daran, seiner Aufgabe nachzukommen und den Fuß zum richtigen Zeitpunkt anzuheben.

Der genaue Ablauf der funktionellen Elektrostimulation ist äußerst komplex. Er ist sowohl von den individuellen Voraussetzungen des Patienten als auch von der gewählten Geräteart abhängig. Mittlerweile gibt es verschiedene Modelle, die auf elektrische Impulse zurückgreifen. Die Intensität der verwendeten elektronischen Impulse wird in jedem Fall genau auf die körperlichen Möglichkeiten der Patienten eingestellt. Das erfordert eine gewisse Anpassungszeit. Nur auf diese Weise ist ein möglichst natürliches und sicheres Gangbild erreichbar.

Elektrische Impulse bei Fußheberschwäche: Die Vorteile auf einen Blick.

Der wesentliche Vorteil der funktionellen Elektrostimulation besteht in der Möglichkeit, Patienten mit Fußheberschwäche einen großen Teil ihrer Lebensqualität zurückzugeben in Form eines Behinderungsausgleichs. Automatisch generierte elektrische Impulse regen die Muskeln dazu an, den Fuß im genau richtigen Moment zu bewegen. Der für die Fußheberschwäche typische Gang gehört somit der Vergangenheit an und Fehlhaltungen werden reduziert. Die daraus resultierende Trittsicherheit führt zu einem reduzierten Verletzungsrisiko und in der Folge auch zu einem selbstbewussteren Auftreten.

Dank der funktionellen Elektrostimulation müssen Patienten nicht mehr bei jedem Schritt auf den Boden blicken und mühsam versuchen, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Stattdessen können sie der modernen Technik vertrauen und bewusster am Leben teilhaben. Ein weiterer Vorteil: Da das Aussenden der elektrischen Impulse auf intelligenter Computertechnik beruht, ist es möglich, die Sensoren speziell auf die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten zu programmieren. In der Folge profitieren die Betroffenen sowohl von einem optisch ansprechenden Ergebnis als auch von der Möglichkeit, ein individuell kraftsparendes Gangbild zu entwickeln. Selbst das Absolvieren längerer Wegstrecken ist wieder möglich, was den Körper trainiert und einem weiteren Muskelabbau entgegenwirkt. Das kleine Extraplus für mehr Komfort: In der Regel können Patienten ihre persönlichen Lieblingsschuhe zum Laufen verwenden, da meist andere Hilfsmittel überflüssig werden.

Welche Voraussetzungen müssen Betroffene erfüllen?

Auch wenn die funktionelle Elektrostimulation zahlreiche Vorteile mit sich bringt, ist sie nicht für jeden Patienten mit einer Fußheberschwäche die perfekte Lösung. Abhängig von den persönlichen Voraussetzungen kann es unter Umständen sinnvoller sein, auf andere Hilfsmittel wie etwa dynamische Orthesen zurückzugreifen.

Ein wesentlicher Punkt für die Beantwortung der Frage, ob eine Behandlung mit elektrischen Impulsen sinnvoll ist, liegt in dem Ausmaß der körperlichen Beeinträchtigung. Basiert die Fußheberschwäche auf einer zentralen Läsion, also auf einer Verletzung des zentralen Nervensystems, verspricht die Elektrostimulation einen guten Mobilitätsgewinn. Dies ist etwa nach einem Schlaganfall der Fall. Bei peripheren Ursachen hilft sie allerdings nicht. Zudem sind Geräte, die darauf basieren, den Peroneus-Nerv zu aktivieren, darauf angewiesen, dass genau dieser Nerv im Kern noch funktioniert.

Generell gilt: Die Frage, inwieweit mit elektrischen Impulsen eine signifikante Verbesserung der Symptome erreicht werden kann, muss immer im direkten Gespräch mit Therapeuten und Ärzten geklärt werden. Selbst modernste Technik hat ihre Grenzen und nicht alles, was gewünscht wird, ist auch machbar. Kontraindikationen, die gegen einen Einsatz elektrischer Impulse sprechen, sind unter anderem Epilepsie, ein Herzschrittmacher oder eine akute Thrombose. Vor diesem Hintergrund ist ein genauer Blick auf die medizinische Vorgeschichte des Patienten unerlässlich.

Welche Nachteile können mit elektrischen Impulsen einhergehen?

Wer davon ausgeht, dass die funktionelle Elektrostimulation so schnell anzupassen ist wie eine Orthese, wird enttäuscht sein. Jedes Gerät muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden – und das funktioniert nicht über Nacht. Stattdessen muss das gewählte Modell, nachdem es von der Krankenkasse genehmigt wurde, meist über einen längeren Zeitraum probegetragen und kann bei Bedarf jederzeit nachjustiert werden. Verschiedene Bewegungsabläufe werden genau protokolliert, um die bestmögliche Einstellung zu finden. Das braucht neben Zeit, auch ein wenig Geduld. Die Elektroden, die äußerlich an der Haut angebracht werden, um die Nerven zu stimulieren, verursachen ein kribbelndes Gefühl. Während dies vielen Anwendern gefällt und es für sie schnell dazugehört, kann oder möchte sich nicht jeder gewöhnen. Außerdem muss sich der Körper – abhängig davon, wie lange die Fußheberschwäche bereits besteht – häufig erst wieder daran gewöhnen, bestimmte Muskelgruppen einzusetzen und fehlerhafte Bewegungsabläufe durch gesunde Gehmuster zu ersetzen.

Elektrische Impulse oder herkömmliche Hilfsmittel? Sie haben die Wahl!

Die Behandlung mit elektrischen Impulsen ist kein Selbstläufer, sondern ein Prozess, der aber unter den richtigen Voraussetzungen zu empfehlen ist. Sind diese Voraussetzungen gegeben und das Gerät perfekt auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, ist der Gewinn an Lebensqualität in der Regel enorm. Nicht nur wegen der verminderten Verletzungsgefahr, sondern vor allem auch deshalb, weil die verbesserte Mobilität zu einem aktiveren Leben führt. Patienten, die nicht mehr jeden Schritt sorgsam abwägen müssen, sind in der Lage, auch längere Strecken zu Fuß zurückzulegen und Begegnungen mit anderen Menschen entspannt zu genießen. Alleine für dieses Mehr an Wohlbefinden lohnt es sich, die technischen Möglichkeiten, auf die Patienten mit einer Fußheberschwäche zurückgreifen können, genau auszuloten. In Absprache mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten ist zu klären, welches Hilfsmittel in welchem Fall das beste ist.

Hilfsmittel bei Fußheberschwäche: So können Patienten wieder mobil werden

Patienten, die unter einer Fußheberschwäche leiden, wissen, wie es sich anfühlt, wenn vertraute Abläufe plötzlich nicht mehr funktionieren. Mal eben schnell beim Supermarkt um die Ecke das Abendessen einkaufen oder zu Fuß die verkehrsreiche Hauptstraße überqueren? Mit einer unbehandelten Fußheberschwäche werden einfache Aufgaben wie diese schnell zu einer echten Herausforderung. Und drängen währenddessen möglicherweise auch noch andere Menschen zur Eile, ist der Spießrutenlauf perfekt.

Die möglichen Gründe für eine Fußheberschwäche sind vielfältig. Unter anderem kann sie von neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma oder Multipler Sklerose hervorgerufen werden. Zudem gelten aber auch schwerwiegende Verletzungen am Bewegungsapparat als Ursache. Die gute Nachricht: Es gibt für Patienten mit Fußheberschwäche Hilfsmittel, die eine deutliche Verbesserung der Symptome bewirken können. Welche Hilfsmittel das sind und wie Betroffene Schritt für Schritt wieder an einem erfüllten sozialen Leben teilhaben können, klären wir in diesem Beitrag.

Was ist eine Fußheberschwäche?

Die Fußheberschwäche ist Folge einer Störung des Nervensystems, das maßgeblich dafür verantwortlich ist, wie wir uns fortbewegen. Sobald das Gehirn einen Bewegungsimpuls an die Fußhebermuskulatur losschickt, sind die Nervenbahnen des Körpers dafür zuständig, diesen Impuls weiterzuleiten. Bei gesunden Menschen wird in diesem Zusammenhang etwa der Peroneusnerv in der Kniekehle aktiviert, der dafür sorgt, dass sich beim Gehen die Fußspitze hebt.

Ist die Aktivierung dieses Nervs gestört, weil das Signal entweder nicht ankommt oder nicht verarbeitet werden kann, spricht man von einer Fußheberschwäche. Die Fußspitze des betroffenen Beines hängt in diesem Fall nach unten, was dazu führt, dass der Patient die Kontrolle über ehemals simple Bewegungen wie das Anheben, Aufsetzen oder Abrollen seines Fußes verliert. Er kann auch nicht mehr auf den Fersen stehen und schleift seinen funktionsunfähigen Fuß mehr oder weniger mit. Ein natürliches Gangbild ist damit unmöglich, die Verletzungsgefahr steigt und Fehlhaltungen können zu weiteren Folgeschäden führen.

Langfristige Auswirkungen einer unbehandelten Fußheberschwäche

Gangbild:

Sind Bewegungsabläufe wie das Abrollen des Fußes gestört, ändert sich auch das Gangbild. Um die Funktionseinschränkung bestmöglich auszugleichen, heben Betroffene ihre Hüfte oft einseitig hoch, kippen sie und schwingen das betroffene Bein dann beim Laufen kreisförmig nach vorne. Oft müssen Patienten auf diese Art der Fortbewegung vertrauen, um wenigstens eine geringe Wegstrecke auf ihren eigenen Beinen absolvieren zu können – mit teils schwerwiegenden Folgen für den Rest des Bewegungsapparates.

Fehlhaltung:

Dass Patienten mit einer Fußheberschwäche ihren Fuß nicht mehr koordiniert aufsetzen und abrollen können, ist oft der Auslöser für eine Reihe von Folgeproblemen. Das oben beschriebene Gangbild führt zu einer übermäßigen Belastung von Knochen, Sehnen und Muskeln in verschiedenen Bereichen. Auf Dauer kann dies auch zu zusätzlichen Beschwerden wie Schmerzen in der Hüft- und Rückenregion verursachen, was die Bewegungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen weiter verschlechtert. Medizinische Hilfsmittel sind hier eine sinnvolle Möglichkeit, um frühzeitig Abhilfe zu schaffen und degenerative Erkrankungen möglichst zu vermeiden.

Verletzungsgefahr:

Je unsicherer der Gang, desto mehr wird jeder Schritt zur Kraftprobe. Patienten mit einer Fußheberschwäche wissen, dass jede noch so kleine Bodenwelle gefährlich werden kann. Immer wieder kommt es im Alltag zu Unfällen, weil der betroffene Fuß seinen Dienst verweigert. In der Regel stolpern Patienten, wenn ihr Fuß am Boden schleift oder sie knicken um und verletzen sich dabei. Wer schlimmere Folgen wie Krankenhausaufenthalte vermeiden möchte, ist gut damit beraten, Hilfsmittel einzusetzen, die zu einem sichereren Gangbild führen.

Soziale Isolation:

Eine weitere Einschränkung, die mit einer unbehandelten Fußheberschwäche einhergeht, ist häufig auch die soziale Isolation der Patienten. Sie leiden sowohl unter ihrer Situation als auch unter den neugierigen Blicken anderer Menschen. Zudem macht die Krankheit es ungleich schwieriger, an Aktivitäten im Freundeskreis teilzunehmen, weshalb viele Patienten ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. In der Folge geht mit der Fußheberschwäche oft ein deutlicher Verlust an sozialer Teilhabe und Lebensqualität einher.

Wie finden Patienten mit einer Fußheberschwäche das passende Hilfsmittel?

Die Medizintechnik hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht: Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Hilfsmitteln, die eine Fußheberschwäche zum Teil ausgleichen können. Seien es Bandagen, Orthesen oder elektrische Impulse: Abhängig von der individuellen Situation des Betroffenen und seinen jeweiligen Erwartungen an einen lebenswerten Alltag ist vieles machbar. Der erste Schritt, um eine deutliche Verbesserung des Gangbildes zu erreichen, muss immer eine umfassende Beratung sein. Qualifizierte Therapeuten können im persönlichen Gespräch klären, welches der vielen Hilfsmittel das passende für die jeweilige Situation des Patienten ist. Eine Universallösung für alle Situationen gibt es nicht, weswegen die richtige Beratung Betroffene oft vor Enttäuschungen durch unrealistische Erwartungen bewahrt. Wenn allerdings mit Hilfe des Profis von Anfang an die richtige Entscheidung getroffen wird, können Patienten oft unerwartete Erfolge erzielen.

Die wichtigsten Hilfsmittel bei Fußheberschwäche im Überblick

Fußheberorthesen

Orthesen sind aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für viele Patienten ein beliebtes Hilfsmittel. Sie geben Halt, fixieren den Fuß in der gewünschten Position und sind je nach Material in verschiedenen Lebenslagen einsetzbar. Sei es zum Laufen auf weichem Waldboden und hartem Straßenteer oder gar zum Schwimmen im Wasser: Je nachdem, wieviel Stützbedarf ein Gelenk hat und abhängig von dem beabsichtigten Einsatzgebiet, werden mehr oder weniger flexible Materialien verarbeitet.

Als Faustregel gilt: Während textile Orthesen sich vor allem für leichte Fälle der Fußheberschwäche eignen, können beispielsweise dynamische Orthesen aus PE, Carbon oder Faserverbundwerkstoffen, den Patienten bei einem mittelstarken Funktionsverlust unterstützen. Und Silikonorthesen bieten unter anderem beim Muskeltraining im Wasser guten Halt. Das erklärte Ziel muss in jedem Fall sein, nicht nur optisch ein natürlicheres Gangbild wiederherzustellen und das Abrollverhalten zu fördern, sondern dem Patienten vor allem auch Sicherheit beim Gehen zu geben. Welche Art der Orthese dieses Ziel am besten erfüllt, erfahren Betroffene im Rahmen einer umfassenden Beratung.

Funktionelle Elektrostimulation

Im Gegensatz zu klassischen Orthesen, die sich darauf beschränken, passiv ein Fallen des Fußes zu verhindern, setzt die Funktionelle Elektrostimulation (FES) auf moderne Technik. Üblicherweise handelt es sich hierbei um eine Manschette, die am Unterschenkel befestigt wird und elektronische Impulse aussendet. Auf diese Weise werden Nerven aktiviert, die das zentrale Nervensystem selbstständig nicht mehr erreichen kann. In der Folge bekommen die an der Fußhebung beteiligten Muskeln das Signal, sich zu bewegen und ihren Dienst zu erfüllen. Der Fuß wird somit beim Gehen automatisch hochgehoben – und zwar genau im richtigen Moment. Spezielle Steuereinheiten sind sogar in der Lage, sich dem persönlichen Gangbild des Patienten anpassen.

Die Technik der funktionellen Elektrostimulation gilt vor allem deshalb als äußerst effizient, weil sie Gang, Gleichgewicht und Bewegungsausmaß gleichermaßen deutlich verbessern kann. Als nützlicher Nebeneffekt werden zudem auch Muskeln trainiert, die zuvor keine Funktion mehr hatten. Das Gehen wird einfacher, die Sturzgefahr wird deutlich vermindert und die Patienten können auch weitere Stecken wieder sicherer zurücklegen.

Deshalb sollten Patienten mit Fußheberschwäche Hilfsmittel nutzen

Moderne Hilfsmittel sind bei einer Fußheberschwäche ein Weg, um sich wieder eigenständiger fortzubewegen. Was genau zum Einsatz kommt, sollte im persönlichen Gespräch mit einem Profi abgeklärt werden. Nur so lassen sich überzogene Erwartungen und Enttäuschungen vermeiden. Ist das perfekte Hilfsmittel für den jeweiligen Bedarf des Patienten gefunden, kann der Gewinn an Lebensqualität enorm sein. Nicht nur weil der Bewegungsablauf des Körpers dadurch verbessert wird, sondern vor allem auch, weil die Betroffenen wieder aktiver am sozialen Leben teilnehmen können.

Diagnose Schlaganfall: So meistern Sie Ihren Alltag

Auf einmal ist nichts mehr, wie es war: Mit der Diagnose Schlaganfall bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen. Sie müssen sich völlig neu orientieren und auch ihre Angehörigen sind mit der Situation oft überfordert. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile vielfältige Hilfsmittel, die den Weg zurück in einen einfacheren Alltag erleichtern. Wie Schlaganfallpatienten es schaffen, mit Einschränkungen im Alltag besser klarzukommen und welche Möglichkeiten es gibt, in der Krise neuen Lebensmut zu finden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Diagnose Schlaganfall: Das Wichtigste in Kürze

Pro Jahr erleiden in Deutschland rund 270 000 Menschen einen Schlaganfall. Und auf die Weltbevölkerung gesehen, gilt der Schlaganfall – auch Apoplex genannt – sogar als zweithäufigste Todesursache. Soweit die negative Seite der Statistik. Die positive: In Deutschland hat sich die Sterblichkeitsrate laut Zahlen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in den vergangenen 25 Jahren nahezu halbiert. Mit einer gesunden Lebensweise lassen sich viele der bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck beeinflussen.

Doch was bedeutet die Diagnose Schlaganfall überhaupt? Grundsätzlich spricht man von einem Schlaganfall, wenn ein Gefäß im Gehirn verstopft (Hirninfarkt) oder platzt (Hirnblutung) und bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend versorgt werden können. In der Folge sterben die betroffenen Bereiche ab und im schlimmsten Fall droht der Tod.

Nach Schlaganfällen rettet schnelle Hilfe Leben

Schnellstmögliche ärztliche Hilfe ist vor diesem Hintergrund elementar: Leidet ein vormals gesunder Mensch unter plötzlich auftretenden Lähmungserscheinungen, Koordinationsproblemen oder Seh- und Sprachstörungen, muss zügig gehandelt werden. Je schneller ein Schlaganfall diagnostiziert wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient sich erholt und möglicherweise ohne schwerwiegende Folgen zu seinem alten Leben zurückkehren kann.

Die Prognose nach einem Schlaganfall

Wie stark ein Schlaganfall die Lebensumstände des Patienten beeinträchtigt, ist von Fall zu Fall verschieden. Je nachdem, in welchem Gehirnareal er auftritt, können unterschiedliche Teile des Körpers betroffen sein. Und auch die Antwort auf die Frage, wie lange die Störungen anhalten, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Neben der Zeit, die bis zur Diagnosestellung vergeht, und der Größe der betroffenen Hirnregion spielen beispielsweise das Alter, die medizinische Vorgeschichte und der Lebensstil eine Rolle, wenn es um die Rehabilitationsfähigkeit des Körpers geht. Während manche Schlaganfallpatienten ihr Leben lang unter den Folgen leiden – laut dem Informationsportal „Neurologen und Psychiater im Netz“ bleibt etwa die Hälfte der Betroffenen, die überleben, pflegebedürftig oder schwerstbehindert – können andere nach erfolgter Therapie wieder ein erfülltes Leben führen.

Kleine Schritte führen Schlaganfallpatienten zurück in den Alltag

In jedem Fall ist die Prognose nach der Diagnose Schlaganfall durch die Einrichtung von hochspezialisierten Stroke Units und fortschrittlichen Therapieansätzen mittlerweile besser als je zuvor. In der Regel umfasst die Rehabilitation neben der medikamentösen Behandlung auch individuell auf die Patienten abgestimmte Programme wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Hier ist das vorrangige Ziel, die Betroffenen dabei zu unterstützen, sich wieder im Alltag zurechtzufinden und trotz möglicher Beeinträchtigungen ein Höchstmaß an Lebensqualität zurückzugewinnen. Unbedingte Voraussetzung, damit dieses Ziel erreicht werden kann: Die Mithilfe und Motivation der Erkrankten, von denen viele in Folge der Diagnose Schlaganfall zumindest vorübergehend mit erheblichen Einschränkungen zurechtkommen müssen.

Diagnose Schlaganfall: Was kommt danach?

Typische körperliche Beschwerden sind einseitige Lähmungen, Muskelkrämpfe oder Schluckstörungen. Einige Körperfunktionen, die in Folge eines Schlaganfalls ausfallen, nehmen im Laufe der Zeit ihren Dienst wieder auf. Dies kann unter anderem damit zusammenhängen, dass sich beschädigte Hirnareale erholen oder andere Bereiche die Funktion der abgestorbenen Zellen übernehmen. Grundsätzlich besteht ein Unterschied zwischen rein körperlichen Auswirkungen und neuropsychologischen Beschwerden. Zu letzterer Kategorie gehören eine gestörte Handlungsplanung, Aufmerksamkeitsstörungen oder weitreichende Veränderungen der Persönlichkeit wie Antriebslosigkeit und ein gesteigertes Aggressionspotential – jeweils abhängig von der verletzten Hirnregion.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Das psychische Trauma eines Schlaganfalls, das häufig Depressionen oder Angststörungen nach sich zieht.

Psychische Folgen nach einem Schlaganfall: Aufbruchsstimmung statt Depression

Rast erstmal der Puls und der Hals zieht sich zu, obwohl es objektiv keinen Grund zur Panik gibt, ist das Leid weit fortgeschritten. Damit es gar nicht so weit kommt, ist es wichtig, dass Schlaganfallpatienten ihre Grenzen wahrnehmen, kommunizieren und entsprechend Hilfe annehmen. Denn einfache Dinge wie Essen, Einkaufen oder Duschen können für sie schnell zum unüberwindbaren Hindernis werden. Halbseitige Gesichtslähmungen führen unter Umständen dazu, dass ein erwachsener Patient nicht mehr selbstständig trinken kann, und ist die Blase betroffen, muss möglicherweise eine Windel den regelmäßigen Gang ins Bad ersetzen.

Die erzwungene Abhängigkeit, die mit diesen Einschränkungen einhergeht, ist für viele Patienten die größte Qual. Umso wichtiger ist es, der Psyche besondere Aufmerksamkeit zu schenken. So normal Gefühle wie Trauer, Angst und Wut nach der Diagnose Schlaganfall auch sein mögen, so wichtig ist es, sich bewusst mit der neuen Situation auseinanderzusetzen.

Gemeinsam stark: Weshalb die Diagnose Schlaganfall Teamarbeit erfordert

Sowohl der Betroffene als auch seine Angehörigen – deren Welt sich mit der Diagnose Schlaganfall in der Regel ebenso auf den Kopf stellt – sind gut damit beraten, gezielt um Unterstützung zu bitten, wenn die Situation es erfordert. Oft sind es schon die kleinen Dinge, die ein bisschen Erleichterung bringen können. Ob Freunde, die den Einkauf übernehmen, Ärzte, die mit ihrem Rat Sorgen mildern, oder Leidensgenossen, die sich online in Foren versammeln: Mit der Unterstützung anderer Menschen geht vieles einfacher und jede noch so kleine Verschnaufpause oder Hilfestellung kann die nötige Kraft geben, um einen neuen Tag gestärkt in Angriff zu nehmen.

Praktische Tipps für den Alltag mit der Diagnose Schlaganfall

Im Folgenden erhalten Betroffene und ihren Angehörigen einige konkrete Praxistipps, um den Alltag nach dem Schlaganfall besser zu meistern.

Mit einer Checkliste Schritt für Schritt durch den Tag

Insbesondere in der ersten Zeit nach der Diagnose Schlaganfall ist es normal, dass Patienten und ihren Angehörigen der Alltag über den Kopf wächst. Das Erstellen einer Checkliste kann dabei helfen, den Überblick darüber zu behalten, was unbedingt noch erledigt werden muss – und alles andere kann gerade am Anfang auch gut warten.

Kleine Alltagshelfer erleichtern das Leben

Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt: Wenn Patienten nach einem Schlaganfall mit Einschränkungen leben müssen, lohnt es sich, einen Blick in die weite Welt des Internets zu werfen. Von Trinkhilfen über Einhandschneidebretter und Teleskopschuhanzieher bis hin zu selbstöffnenden Scheren sind mittlerweile viele so einfache wie praktische Hilfsmittel erfunden worden, die Betroffenen den Alltag erleichtern können.

Fokus auf die Zukunft

Nach der Diagnose Schlaganfall ist es leicht, in der sprichwörtlichen Dunkelheit zu versinken. Doch statt die Sinnfrage zu stellen, sollten Patienten sich darauf konzentrieren, was ihnen geblieben ist. Seien es kleine Glücksmomente mit der Familie oder einfach nur die Aussicht darauf, jeden Tag ein bisschen selbstständiger zu werden: Ein positiver Blick auf das Leben und in die Zukunft kann zum Wohlbefinden beitragen.

Gemeinsam ist man stärker

Oft hilft das Gespräch mit anderen Menschen, die dasselbe Schicksal ereilt hat. Auf den Seiten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gibt es eine praktische Suchmaske, in die Betroffene ihren Wohnort eingeben können, um sich dann Selbsthilfegruppen der Nähe anzeigen zu lassen. Zudem finden sie dort auch viele weitere Tipps, wie die Herausforderungen des Alltags besser bewältigt werden können.

Im Dialog mit den Krankenkassen

Sei es Rehabilitationssport, die Anschaffung medizinischer Hilfsmittel oder eine nötige Wohnraumanpassung – Schlaganfallpatienten sollten gezielt auf ihre Krankenkasse zuzugehen und nach einer möglichen Kostenübernahme fragen. Gut zu wissen: Bei der Kostenübernahme handelt es sich häufig um Einzelfallentscheidungen, die von Kasse zu Kasse unterschiedlich gehandhabt werden. Deshalb ist Nachfragen besonders wichtig.

Orthesen machen mobil

Ergeben sich als Folge eines Schlaganfalls neuromuskuläre Probleme, können Orthesen Abhilfe schaffen. Insbesondere für häufige Schlaganfallfolgen wie Fußheberschwäche, Spastiken oder Kontrakturen gibt es mittlerweile effektive Hilfsmittel, um einen Behinderungsausgleich zu verfolgen. Nutzen Betroffene diese Möglichkeit, können sie mehr Selbstständigkeit erlangen und Schritt für Schritt wieder besser am Leben teilhaben.

Nach der Diagnose Schlaganfall: Gestärkt in die Zukunft

Das Leben mag hart sein, doch aufgeben ist keine Option! So verheerend die Diagnose Schlaganfall im ersten Moment auch klingt, so weit sind die Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten mittlerweile fortgeschritten. Mit ärztlichem Rat und der bewussten Inanspruchnahme vielfältiger Hilfsmittel ist es Schlaganfallpatienten möglich, ein hohes Maß an Lebensqualität zurückzugewinnen und jeden Tag ein bisschen selbstständiger zu werden.